Gelungener Start meines Lese-Herbstes ... 27.09.2018:

AUTOR NÜSE LIEST 

Jan-Christoph Nüse liest beim Krimiabend in der Baustelle des Solebades Werne aus dem Roman „Operation Bird Dog“. Ein Krimi, der zur Zeit der Währungsreform spielt. 

Werne

29.09.2018
110 Zuhörer bei der Krimi-Lesung in der Baustelle des Solebades

Jan-Christoph Nüse las Donnerstagabend in der Baustelle des Solebads aus seinem Roman „Operation Bird Dog“. © Bernd Warnecke

Mit wechselndem Licht illuminiert, im Hintergrund schon der Drei-Meter-Sprungturm, davor Lese-Ecke mit Strandkorb – insgesamt 110 Zuhörer verfolgten Donnerstagabend, 27. September, den 3. Tatort-Krimiabend in der Solebad-Baustelle auf dem abgedeckten Holzboden des neuen Schwimmbeckens. 

Nach musikalischer Einleitung durch „Jazz Bond“ und den Titelsong „Golden Eye“ aus dem gleichnamigen James Bond-Film, gab Hartmut Marks vom Krimifestival „Blutige Lippe“, das die Lesung präsentierte, weiter an den Chef des Bäderbetriebes Frank Gründken und Badgeschäftsführer Jürgen Thöne.

 

Infos rund um den Solebad-Neubau

Beide gaben einige Infos zum neuen Bad sowie Tipps für das kleine Rätsel, das die Zuhörer am Tatort-Krimi-Abend zu lösen hatten. „Das Bad wird im Frühjahr 2019 fertig sein“, so Jürgen Thöne. Einziges Problem sei derzeit die Versiegelung des Außenbeckens, für das eine konstante Temperatur von 15 Grad notwendig sei. 

 Autor Jan-Christoph Nüse, vielen Zuhörern bekannt als Europakorrespondent in Brüssel für den Fernsehsender Phönix, nahm seine Zuhörer mit auf eine Reise ins Jahr 1948. In seinem Roman „Operation Bird Dog“ stößt Protagonist Carl auf einen Betrug während der Währungsreform. Viktor Gede, seines Zeichens Vorstand der Bank Deutscher Länder, kam ebenfalls als handelnde Person in dem Buch von Nüse vor. 

Weitere Lesung des Werner Autors Magnus See

Nach der gut einstündigen Lesung und einer kleinen Pause, in welcher sich die Gäste schon mal an die neuen Gastronomen aus dem „Stobels“ am Signal-Iduna-Park Dortmund gewöhnen konnten, las der Werner Autor und Verleger Magnus See aus dem Roman „On the Road Again“. Die Zuschauer verfolgten die beiden Lesungen mit großem Interesse und freuen sich schon auf die nächsten Veranstaltungen, die dann nach Fertigstellung des Solebads stattfinden. 


Artikel in Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung (IKZ)
Kultur

Bei Asbeck blüht das Verbrechen

Oliver Bergmann

Jan-Christoph Nüse las den Gästen nicht nur aus seinem Roman „Operation Bird Dog“ vor, er räumte auch mit Mythen rund um die Geburt der D-Mark auf.

Foto: Oliver Bergmann

 

 

Iserlohn.   Spannende Stoffe mit Überraschungen bei der Lesung „Mord im Gewächshaus“. Notfallseelsorge erhält 350 Euro. Die Zahl des Abends lautete 350. Das ist der Geldbetrag in Euro, der zur Unterstützung der Arbeit der Notfallseelsorge am Freitagabend bei der zweiten Auflage der Krimi-Lese-Reihe „Mord im Gewächshaus“ zusammenkam.

 

Die Herkunft des Titels ist schnell erklärt: Gärtnermeister Martin Asbeck räumte eines seiner Gewächshäuser leer, stellte Stühle und Tische hinein, sorgte mithilfe weiterer Unterstützer für Ton und Licht – und fertig war der außergewöhnliche Veranstaltungsort, in den rund 100 Besucher strömten, um sich in erster Line gut unterhalten zu lassen und ganz nebenbei der Notfallseelsorge unter die Arme zu greifen. Ein Imbisswagen mit griechischen Spezialitäten vor der Tür und Yvonne Waschke mit Marcel Dilling als Gesangsduo „Wir beide“ rundeten den Abend ab.

Hartmut Marks, der frühere Leiter der Notfallseelsorge, hatte den Kontakt zu den zwei Hauptpersonen hergestellt: Jan-Christoph Nüse und Magnus See. Der Journalist Nüse ist durch seine Tätigkeit als EU-Korrespondent des Fernsehsenders Phoenix bekannt geworden. Und diese lieferte auch den Stoff für seine Geschichte, die sich um die Geburt der D-Mark dreht. Als sei sie nicht schon sagenumwoben genug, legte Nüse den Fokus auf einen tatsächlich verübten Mord am Präsidenten des Bundesbank-Vorgängers Bank Deutscher Länder, Dr. Victor Wrede, und seiner Gattin. Zu der Tat kam es im Jahr 1948. Lediglich deren Sohn überlebte. Und der will nun beweisen, dass seine Eltern tatsächlich ermordet wurden und nicht etwa Suizid begangen haben, wie damals rasch festgestellt wurde. Sollte etwas vertuscht werden?

 

Auftragskiller soll Parteigrößen erledigen

Die Geschichte „Hitman 316“ von Magnus See spielt dagegen in der Gegenwart. „Hitman“ ist Auftragsmörder. Im „Darknet“ wird ihm ein Angebot unterbreitet: eine Million Euro Honorar für vier Morde. Erledigen soll er vier Größen einer rechtspopulistischen Partei im Aufwind. Tatsächlich kommt jede der vier Personen im Laufe seiner Geschichte, die im Krimi-Band „Blutige Lippe 2“ erschienen ist, ums Leben, aber Hitman muss sich nur einmal die Hände schmutzig machen. Das Ermittlerduo Hasenbrügge/Köllner ist ihm trotzdem schon bald auf den Fersen.

Beide Autoren gestalteten ihren Auftritt komplett unterschiedlich, aber hochinteressant. Während Nüse in erster Linie mit längst in Vergessenheit geratenen Begebenheiten rund um das „neue Geld“ beeindruckte, eher wenig aus seinem Buch vorlas und zudem auch noch Pfennige zum Verschenken mitbrachte, tauchte das Publikum in Magnus Sees Geschichte tief ein. Die Lesung endete natürlich an einer Stelle, an der niemand das Buch aus der Hand legen würde.

 

Und weil der Abend auch noch mit einem Quiz garniert wurde, nahmen sechs Besucher jeweils einen Preis mit nach Hause. Passend zum Veranstaltungsort und zum Inhalt gab es Bücher oder Blumen zu gewinnen.




Einer der Höhepunkte meiner kleinen Lesereise: Der Abend in Braunschweig am 23.Oktober, beim Krimi-Festival. Großartige Betreuung durch das Team der Buchhandlung Graff, ein wunderbares Publikum - und ein Autor, der sein Setting gefunden hat: ein kleines Notenpult (sehr fragil, aber bisher noch nicht umgeworfen), eine starke Leseleuchte, und die Freiheit durch ein Headset, auf das Publikum (110 Zuhörerinnen und Zuhörer) zuzugehen, wirklich zu unterhalten und ins Gespräch zu kommen.